Insolvenz für Selbständige


Selbständigkeit während der Insolvenz

Für zahlungsunfähige Selbständige (nebenberuflich reicht!) oder ehemals Selbständige muss das normale Insolvenzverfahren (= Regelinsolvenzverfahren) durchlaufen werden, das neben juristischen Personen wie z. B. die GmbH auch für Privatpersonen gilt. Im Gegensatz zum Insolvenzverfahren für nichtselbständige Privatpersonen überspringt jedoch die selbständige Privatperson den außergerichtlichen Einigungsversuch, den nichtselbständige Privatleute stets durchlaufen müssen. Die Zeitersparnis bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens beträgt erfahrungsgemäß ca. 6 Monate.

Auch für einen ehemaligen GmbH-Geschäftsführer, der Alleingesellschafter war, und sich privat entschulden möchte, kommt das Regelinsolvenzverfahren in Betracht. Denn gemäß BGH, Beschluss vom 22. September 2005 – IX ZB 55/04, übt der geschäftsführende Alleingesellschafter einer GmbH eine selbständige wirtschaftliche Tätigkeit aus. Dasselbe gilt für den Gesellschafter einer wirtschaftlich tätigen GbR.

Selbständigkeit während der Privatinsolvenz

Sie wollen während der Insolvenz selbständig tätig sein? Dies ist möglich und geschieht am Besten unter Anleitung eines Rechtsanwalts für Insolvenzrecht! Sie haben die Wahl, ob Sie während der Insolvenz selbständig oder nichtselbständig tätig sein wollen. Widerstehen Sie den Versuchen Ihres lnsolvenzverwalters, Sie von der Selbständigkeit während der Insolvenz abzubringen. Grund mag der erhöhte Aufwand des lnsolvenzverwalters sein, der für seine gesamte Tätigkeit in der Privatinsolvenz ohnehin nicht übermäßig vergütet wird. Der Insolvenzverwalter kann Sie aber schlussendlich nicht davon abhalten, selbständig tätig zu sein – in Deutschland gilt das Grundrecht der Berufsfreiheit! Durch geschicktes Verhandeln kann erreicht werden, dass der Insolvenzverwalter Ihre selbständige Tätigkeit aus dem Insolvenzbeschlag „freigibt“. Dies hat zur Folge, dass Sie wieder vollkommen frei und unabhängig vom Insolvenzverwalter selbständig tätig sein können. Eine Kontrolle ihrer selbständigen Tätigkeit findet durch diesen dann nicht mehr statt. Sie können wieder so viel verdienen, wie sie wollen. Lediglich einen monatlichen Beitrag, der sich nach der Höhe eines „fiktiv“ pfändbaren Einkommensanteils aufgrund Ihres Ausbildungsstandes und Ihrer bisherigen Tätigkeiten richtet, muss an den Insolvenzverwalter abgeführt werden. Dies klingt alles sehr kompliziert? Lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt für Insolvenzrecht. Er kann Sie beraten.

Verfahrenseinleitung

Voraussetzung für die Verfahrenseröffnung ist ein Insolvenzgrund. Bei natürlichen Personen ist alleiniger Insolvenzgrund die Zahlungsunfähigkeit. Sie liegt vor, wenn man nicht mehr in der Lage ist, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Der Bundesgerichtshof fordert hierzu, dass 90% der Forderungen innerhalb von 3 Wochen nicht mehr erfüllt werden können (BGH NJW 2005, 3062). Monatliche Ratenzahlungen, um Ihre Gläubiger von einer Zwangsvollstreckung abzuhalten, ändern nichts an der Zahlungsunfähigkeit, wenn die übrigen fälligen Forderungen nicht einmal mehr ansatzweise erfüllen werden können. Lediglich eine vorübergehende Zahlungsstockung liegt vor, wenn die momentane Geldverlegenheit durch zusätzliche Bankkredite problemlos innerhalb von 3 Wochen beseitigt werden kann. Hier ist dann der Weg in die Insolvenz noch versperrt.
Liegt Zahlungsunfähigkeit vor, kann ein Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht gestellt werden, Hierfür werden alle relevanten Unterlagen (u.a. Gläubiger- Schuldnerverzeichnis, Vermögensübersicht, etc.) zusammengestellt und beim Insolvenzgericht, verbunden mit den beiden Anträgen auf Verfahrenseröffnung und Restschuldbefreiung eingereicht. Bitte beachten Sie, dass nur ein sorgsam vorbereiteter und fachgerecht eingereichter Insolvenzantrag schnell zum gewünschten Erfolg führt!

Erfahrungsgemäß wird ca. zwei bis drei Wochen nach Antragstellung das Verfahren eröffnet bzw. ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Ab diesem Zeitpunkt entscheidet sich dann, wie es mit Ihrer selbständigen Tätigkeit weiter geht. Es muss nun schnellstmöglich die oben beschriebene Freigabe Ihrer selbständigen Tätigkeit erreicht werden.

Gefahr bei Fremdantrag durch Finanzamt und Krankenkassen!

Wenn einer Ihrer Gläubiger einen Insolvenzantrag stellt (Fremdantrag), müssen Sie schnell reagieren. Besonders häufig machen dies Finanzämter und Krankenkassen, da sie sich so eine schnelle Befriedigung ihrer Forderungen versprechen. Hier gilt es nun besonders schnell zu handeln, um Ihren selbständige Tätigkeit bzw. Ihren Betrieb zu retten und ggf. auch eine private Entschuldung zu erreichen. Denn auch in diesem Fall kann ihre selbständige Tätigkeit erhalten werden und Sie können selbstverständlich auch eine Schuldbefreiung nach 5 bzw. 6 Jahren erhalten. Allerdings müssen die Weichen hierzu schnell und richtig gestellt werden, indem Sie unter anderem auch selbst einen Insolvenzantrag verbunden mit einem Antrag auf Restschuldbefreiung stellen. Den entscheidenden Zeitpunkt hierfür dürfen Sie nicht verpassen. Ansonsten verlieren Sie die Chance zur Restschuldbefreiung!

Insolvenzplan

Die Zeitspanne bis zu ihrer Restschuldbefreiung kann wesentlich verkürzt werden. Normalerweise dauert es von der Insolvenzeröffnung bis zu Ihrer Restschuldbefreiung 5 bzw. 6 Jahre. Durch Erstellung eines Insolvenzplanes und dessen Vorlage beim zuständigen Insolvenzgericht kann diese Zeitspanne auf bis zu 1 Jahr verkürzt werden.

Mehr zum Insolvenzplan und einer schnellstmöglichen Entschuldung erfahren Sie unter Unternehmerinsolvenz.

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